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SFC Modellflieger unterwegs
Segelfliegen mal ganz anders, Hangflug in den Vogesen 

Ein Reisebericht von unserem Modellflieger Kilian Wrobel

 

Bereits im vergangenen Jahr hatte ich das Vergnügen, unter der Leitung von Frank Schwartz erste Geh- bzw. Flugversuche am Hang zu unternehmen. Damals waren wir im Vogelsberg und an der Wasserkuppe unterwegs. Seitdem hatte ich jedoch leider keine Chance, meine Hangflugerfahrungen weiter auszubauen, und so habe ich mich entschlossen, in diesem Jahr erneut an einem organisierten Hangflug-Event teilzunehmen.

Frank Schwartz bietet -gemeinsam mit Wilfried Hörmann- in seiner „Erlebniswelt Segelfliegen“ verschiedene Seminare und Kurzurlaube an, die ganz unter dem Zeichen des RC-Hangflugs stehen. Frank ist ein sehr erfahrener Modellflieger mit langjähriger Wettbewerbserfahrung und war lange als Verlagsleiter beim VTH tätig, welcher auch die FMT herausgibt. Noch heute schreibt Frank regelmäßig Berichte für die FMT. Auch bei robbe war Frank beschäftigt, er war dort Leiter der Marketingabteilung. 

Ich entscheide mich letztendlich für eine Veranstaltung in den Vogesen, die vom 12. bis 14.06.14 auf dem 1.272 m hohen Petit Ballon stattfindet. Die Gruppe ist in der herrlich gelegenen Ferme Auberge Kahlenwasen stilecht untergebracht. Die Unterkunft ist mit dem Auto von Darmstadt aus in etwa 3,5 Stunden zu erreichen und liegt etwa 200 Höhenmeter unterhalb des Gipfels. Die Landschaft am Petit Ballon wirkt sehr naturbelassen und angesichts der mehr oder weniger frei laufenden Kühe mit Glocken am Hals kommt fast der Eindruck auf, sich in einer Voralpenregion zu befinden. Dazu passt dann auch unsere Unterkunft in dem rustikalen, mit viel Herzblut von der Familie Lochert geführten Bauerngasthof. Wir sind in Zweibettzimmern untergebracht und das Essen ist regionaltypisch deftig. Die Sprachbarriere hält sich in Grenzen, da der Eigentümer der Ferme Auberge und fast alle seiner Mitarbeiter deutsch sprechen. 

Nach einer allgemeinen Einweisung zum Thema Hangflug und einem guten Mittagessen brechen wir schließlich bei sonnigem Wetter zum Gipfel des Petit Ballon auf. Etwa 100 Höhenmeter können wir noch mit dem Auto zurücklegen, danach geht es über einen schmalen Pfad zu Fuß bis zu den Startstellen. Die Hänge sind von Nordost bis West für den Hangflug zu nutzen. Wir haben Ostwind und treffen an der entsprechenden Landewiese bereits auf einige andere Modellflieger. Zunächst macht uns Frank mit den Besonderheiten des Geländes vertraut und gibt insbesondere wertvolle Tipps zur Landeeinteilung. Doch mit dem Fliegen wird es für mich zunächst nichts, denn leider habe ich meinen Tragflächenverbinder im Auto vergessen und muss erneut eine kleine Wanderung auf mich nehmen. Als ich wieder am Hang ankomme, ziehen Gewitterwolken auf. Schade, aber immerhin konnte ich mir das Gelände schon einmal genau anschauen, und wir haben ja auch noch zwei Tage. Zudem hebt sich die Stimmung durch die bereits aufkeimende Vorfreude auf das Abendessen. 

Gegen 20 Uhr verziehen sich die Wolken und ich kann mich gemeinsam mit einigen Mitstreitern dann tatsächlich noch einmal motivieren, den Berg zu erklimmen und die Flugbedingungen zu testen. Ich habe die LS 8 von Yuki dabei und kann bei leichtem Wind erleben, warum man hier oben tatsächlich keinen Motor braucht. Einfach genial! Ich bekomme das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht und erwarte vorfreudig den nächsten Tag. 

Am Freitag sind wir bereits um 10 Uhr am Berg und in meiner Euphorie werfe ich sogleich die LS 8 ins Tal. Doch irgendwie bricht der Segler beim Start seitlich aus und ich schaffe es nicht, ihn wieder auf Kurs zu bringen. Links von mir steht ein einsamer Baum, der das Modell magisch anzieht... Gestützt von den aufmunternden Worten der anderen Modellflieger sammle ich die Schaumreste ein und mache mich auf den Weg zum Auto, um meinen Arcus Sport (gutmütiger Schaum mit 2,60m Spannweite) und den Phoenix Diamond (etwas flotteres Holz mit 2,00m Spannweite) zu holen. Nach dem ersten geglückten Start mit dem Arcus vergeht der Tag -im wahrsten Sinne des Wortes- wie im Flug. Die Bedingungen sind ideal. Es gibt Thermik und Hangwind, wie ich es noch nie erlebt habe. Ich beende meine Flüge nicht etwa, weil der Akku leer wäre, sondern nur, weil mit der Zeit die Konzentration nachlässt und die Augen mitunter etwas tränen. Eine halbe Stunde fliegen mit 10 Sekunden Motorlaufzeit? Kein Problem! Frank und die anderen Teilnehmer stehen mit Rat und Tat zur Seite, so dass auch meine Landungen immer besser werden. 

In den Flugpausen bestaune ich die zahlreichen GFK- und Kohle-Modelle, die mit lautem Zischen vorbeiziehen und natürlich die Scale-Fans, die hier auch 6m-Segler ohne „Ampere-Thermik“ starten und völlig sicher und selbstverständlich fliegen und landen. 

Am Samstag folgen weitere, ausgedehnte Flüge, bevor ich mich am Nachmittag zufrieden und erholt wieder auf den Heimweg mache. 

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich im nächsten Jahr wieder an einer Veranstaltung der Erlebniswelt Segelfliegen teilnehmen werde. Vielleicht lassen sich bis dahin ja auch noch andere SFC-Mitglieder von der Idee überzeugen. Ich jedenfalls kann einen derartigen Kurzurlaub wärmstens empfehlen. 

Weitere Infos findet Ihr in Franks Bericht von der Veranstaltung ). Natürlich stehe auch ich für Fragen gerne zur Verfügung. 

 

Güße

 

Kilian

Webhinweise zum Veranstalter und Unterkunft.

www.erlebniswelt-segelfliegen.de/ 

www.arte.tv/de/Frankreichkarte/6305366,CmC=6325864.html#/douce-france/de/douce-de/elsass/der-bauerngasthof-von-kahlenwasen/