Die Geschichte des Flugmodells ist eng mit der Geschichte der Luftfahrt verbunden.

Lange vor den ersten bemannten Flügen wurden die Grundlagen des Fliegens bereits mit Flugmodellen erprobt. Im folgenden eine (sicher unvollständige) Liste aus der Geschichte der Luftfahrt.

Der Mathematiker und Philosoph Archytas von Tarent, * 428 v. Chr., gilt als Erbauer eines flugfähigen Vogelmodells (die berühmte Taube von Archytas). Im vierten Jahrhundert v. Chr. spielenchinesische Kinder bereits mit einem Spielzeug, das als erstes bekanntes Modell eines Hubschraubers (Drehflügelflugzeug) angesehen werden kann. Der chinesische Kreisel bestand aus einem runden Stab, in den kreuzförmig leicht angestellt Vogelfedern eingesteckt waren. Durch Drehung des Rundstabs zwischen beiden Handflächen erzeugen die Federn schließlich genug Auftrieb, um den Kreisel in die Luft steigen zu lassen.

Planophore
Modellflugzeug von Alphonse Pénaud, 1871
  • 1804: Sir George Cayley baut, aufbauend auf seinem Flugzeugkonzept von 1799, ein erfolgreiches Gleitflugmodell.
  • 1811: Albrecht Ludwig Berblinger (Schneider von Ulm) misslang die Vorführung seines nachgewiesenerweise flugfähigen Hängegleiters wegen ungünstiger Windverhältnisse.
  • 1848: John Stringfellow lässt in einer Fabrikhalle ein dampfgetriebenes Modellflugzeug rund 36 m weit frei fliegen.
  • 1857: Nach erfolgreichen Modellversuchen erhalten die französischen Brüder du Temple de la Croix ein Patent über ein Motorflugzeug.
  • 1871: Der Franzose Alphonse Pénaud baut seine Planaphore, ein freifliegendes Motorflugmodell mit Gummimotorantrieb.
  • 1875: Der Engländer Thomas Moy erprobt ein gefesseltes Motorflugmodell mit Dampfmaschinenantrieb und 4 m Spannweite.
  • 1877: Erster Flug eines dampfgetriebenen Modellhubschraubers von Enrico Forlanini
  • 1879: Der Franzose Victor Tatin baut ein Motorflugmodell mit Luftschrauben und Druckluftmotor, das erfolgreich Bodenstarts ausführt.
  • 2003: Das Flugmodell Trans-Atlantik-Modell 5 von Maynard Hill überquert im nonstop Flug den Nordatlantik.

Das Bauen von Flugmodellen als Hobby (oder Beruf) wurde schon vor dem Ersten Weltkrieg populär. Bereits 1913 erschien ein Buch von P. L. Biegenwald mit dem Titel „Flugmodellbau“. Als Antrieb wurde in erster Linie der Gummimotor beschrieben und der mögliche Einsatz von Pressluft-, CO2- und Verbrennungsmotoren genannt. Der Elektromotor wurde für Flugmodelle für völlig ungeeignet gehalten. Im Bildband des Deutschen Historischen Museums „Das XX. Jahrhundert – Fotografien zur deutschen Geschichte“ findet sich auf Seite 91 ein Foto aus Berlin, datiert 1919, auf dem etwa zehn startbereite Wasser-Flugmodelle, offensichtlich mit Gummimotor, abgebildet sind. Baumaterialien waren anfänglich vor allem Sperrholz, dünne Kiefernleisten und Papier zwecks Tragflächenbespannung („Spannpapier“), später verbreitet Balsaholz, und heute vor allem Kunststoffe wie Faserverbund- und Schaumstoff-Formteile sowie „Bügelfolie“ zur Bespannung.

In den 1930er Jahren wurden Verbrennungsmotoren für Flugmodelle eingeführt, bekannt war damals z. B. der „Kratmo“. Die ersten erfolgreichen Versuche mit Funkfernsteuerungen wurden in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre durchgeführt. Nach 1950 wurden Funkfernsteuerungen durch kommerzielle Fertigung weiter verbreitet, zuerst als Röhrengeräte, die große und schwere Batterien benötigten, später mit Transistoren . Aber erst die Mitte der 1960er eingeführten Proportionalanlagen, bei denen jedes Ruder genau dem Ausschlag der Knüppelbewegung am Sender folgt, womit sich insbesondere Flugmodelle präzise und sicher steuern lassen, machten den Modellflug wirklich populär.

 

Quelle: Wikipedia