Tag der offenen Tür Segelflugplatz Heppenheim

Ständig starten Segel- und Motorflieger und fliegen im Tiefflug über Heppenheim. Eine große Dornier 27 schleicht mit tief brummenden Motor über die Stadt, langsam und gemächlich, bis sie auf dem Segelflugplatz zum Landen ansetzt. Keine 200m - schon steht sie. dann jagt ein Polizei-Hubschrauber mit Signalhorn heran. Was war passiert?

Der Segelflugplatz Heppenheim feiert seinen „Tag der offenen Tür“ mit einem reichlichen Angebot an günstigen Rundfluggelegenheiten. Ab gerade einmal 15 EUR konnte Jedermann einen Rundflug buchen und die Nachfrage war schlicht gigantisch. Im Angebot waren neben mehreren Segelflugzeugen, auch Motorsegler und Motorflieger. Die Anzahl an Starts und Landungen konnten sich an diesen beiden Tagen problemlos mit Flughäfen wie Mannheim oder Egelsbach messen. 

Der Aeroclub Kreis Bergstrasse, die legendäre Akademische Fliegergruppe Darmstadt e.V. (sozusagen die Erfinder des modernen Segelflugs) und der Sportfliegerclub Darmstadt e.V. freuen sich über den hohen Andrang an Besuchern, trotz des nicht ganz so perfekten Wetters. Doch nachmittags zogen sich die Wolken etwas zurück, die Temperaturen stiegen.

Eine Vielzahl an Flugzeugen konnte auf dem Platz besichtigt werden. So zum Beispiel:

 

Dornier DO 27

Dieses legendäre Flugzeug ist das letzte seiner Art. Es wurden 1956 aus Teilen mehrerer Flugzeuge zusammengebaut und fliegt bis heute. Berühmt geworden ist die DO-27 nach dem tragischen Absturz eines Flugzeugs dieses Typs während der Dreharbeiten für den Film "Die Serengeti darf nicht sterben".

 
Lancair 360 MK2

Man will es kaum glauben, aber dieses schnittige Flugzeug ist ein Eigenbau! In vielen tausend Arbeitsstunden wurde das Flugzeug von Hand gebaut. Seine Spannweite beträgt 7,16m. Der Motor vom Typ Lycoming IO 360 beschleunigt das Flugzeug auf über 235kts, das sind mehr als 400kmh! Bei 340kmh hat das Flugzeug eine Reichweite von 1800km.

 

Aeronca Chief 11 BC

Dieses Flugzeug wurden 1947 gebaut und ist seit dem im Einsatz. Es wird von einem 80PS starken Motor angetrieben der es auf eine Reisegeschwindigkeit von 150kmh beschleunigt.

Dieses Flugzeug ist das erste, das mit einem Steuerhorn, eine Art Lenkrad für Flugzeuge, ausgestattet war. Dieses Steuerhorn ersetzt den sonst üblichen Steuerknüppel (auch Stick genannt). Dieser Flugzeugtyp wurden 1937 entwickelt.

 

Pilatus B4

Die Pilatus B4 ist ein einsitziges Segelflugzeug für den Kunstflug. Die B4 zählt als eines der ersten erfolgreichen  Segelflugzeuge in Ganzmetall-Bauweise. Klassisch bestehen Segelflugzeuge aus einer Holz-Spannten oder Metall-Gitterstruktur, welche mit lakierten Stoff bespannt werden. Moderne Segelflugzeuge bestehen aus mehreren Schichten Kunststofflaminat und anderen Faserverbundstoffen. Dadurch werden diese Flugzeuge seher leicht und belastbar.

Hier beim Tag der offenen Tür, flog diese Pilatus B4 ein umfassendes Kunstflugprogramm, das nicht nur bei den vielen Besuchern für Begeisterung sorgte.

 
Motorsegler Super-Dimona

Motorsegler Super-Dimona

In kurzen Abständen hoben die Motorsegler und Reisemotorflieger ab, um Fluggäste Heppenheim und die Bergstrasse aus der Luft zu zeigen. Diese Super-Dimona des SFC-Darmstadt rollt gerade mit einen Fluggast zum Start.

 
Hubschrauber der Bereitschaftspolizei Egelsbach.

Hubschrauber der Bereitschaftspolizei Heppenheim,

Auch die Polizei war zu Gast. Verhaftet wurde aber niemand, stattdessen gab es die Möglichkeit, sich den Hubschrauber aus der Nähe zu betrachten. Die Polizisten erklärten Funktionen und Möglichkeiten des Helikopters und die Art Einsätze. Dies fand bei den Besuchern großes Interesse.

 
 
 
 
 

Und auch unsere Modellflieger zeigten was sie können. Eine Piper J3Cub zog einen Segelflieger auf Höhe. Nachdem der Segler ausgeklinkt war, begeisterte Michael die Besucher indem er mit seiner Piper einige Kunstflugmanöver, wie Rollen und Loopings vollführte, bevor er sicher wieder landete.

In der Zwischenzeit glitt der Segler gemächlich durch die Luft. Genau wir das Original. Dank der Teleaufnahmen sind beide Flugzeuge kaum von den Orginalen zu unterscheiden.

Im Anschluß startete Ralf mit einem elektrischen (!) Hubschrauber und vollführte in kurzen schnellen Wechseln ein Kunstflugprogramm, dass auch einige unserer erfahren Piloten nicht für möglich hielten. Dank der technischen Entwicklung auf dem Gebiet der Elektromotoren und Akkutechnik sind elektrische Flugzeuge und Hubschrauber heute den Verbrennern haushoch überlegen.

Zu guter Letzt startete ein Modell eines Motorsegler namens Motor-Krähe. Ein solches Flugzeug wurde in der Vergangenheit auch im SFC-Darmstadt als Original gebaut und geflogen. Leider wurde dieses Flugzeug, zusammen mit einigen anderen Oldtimern, bei einem Brand in den 70'er Jahren zerstört.